FLEISCHKÄPPCHEN

diese geschichte stammt aus der fantasie des maurizio (maurii.myblog.de)

Es war einmal eine kleine süßes Mädgen, die hatte jedermann lieb, der sie nur ansah, am allerliebsten aber ihre Großmutter, die wußte gar nicht, was sie alles dem Kinde geben sollte. Das kleine Mädchen jedoch, sie liebte etwas anderes als die Großmutter. An schönen Tagen stand das kleine Mädchen gerne schon vor Eröffnung beim Metzger, stahl sich durch den hinteren Eingang sogleich, hindurch die Kette und das Schloss geknackt und in den Raum, indem die wunderschönsten, blutverschmierten Kalbsstücke und geschlachteten Säue von der Decke hingen. Ein rosa-roter Schimmer trat von ihnen hervor und spiegelte sich an den fettverschmierten Wänden des Fleischverkaufhauses. Das Mädgen trat nun hervor, ganz nah an den guten Schinken und steckte ihren Kopf vollständig hinein. Mit breitem Grinsen zog sie ihn gern, begleitet von einem schmatzendem Gerausch, wieder heraus. Geschmückt mit Fleischfetzen in den Haaren lief sie trällernt zurück nach Haus, während die Sonne aufging und deshalb ward ihr Name immerzu Fleischkäppchen.
Eines Tages sprach seine Mutter zu ihm: »Komm, Fleischkäppchen, da hast du ein Stück Schwarte und eine Flasche Bratfett. Bring das doch rasch der Oma, die freut sich. Aber dass du mir sorglich gehst und nicht vom Weg abkommst!«
»Ich will schon alles gut machen«, sagte Fleischkäppchen zur Mutter und gab ihr die Hand darauf. Die Großmutter aber wohnte draußen im Wald, eine halbe Stunde vom Dorf.
Wie nun Fleischkäppchen in den Wald kam, begegnete ihm der Fleischwolf. Bedrohlich stand er vor ihr, die messerscharfen Klingen rot getauft. Fleischkäppchen jedoch wusste nicht, was dies für ein bösartiges Gerät ist und so lief es dran vorbei tiefer in den Wald, warf eine Münze hinein und wünschte sich so angestrengt etwas, dass ihr Gesicht so puterrot wurd, wie das Fleisch, das seinen Kopf ziert.
Was sie auch nicht wusste, war, dass der Fleischwolf die Oma und ihr Haus bereits zerhackt hatte, da die Oma von fülliger Natur und der Wolf von hungriger war.
Ausgefuchst wie der böse Ganove, hatte er das Schild, das den Weg zur Oma zeigte, umgedreht, welches nun in die falsche Richtung zeigte. Als Fleischkäppchen zur besagten Kreuzung kam, lief sie grinsend umher und folgte des falschen Weges. Sie drehte sich einmal im Kreis und trat nun von der anderen Seite wieder an den Fleischwolf heran.
»Nanu?«, fragte sich das naive Fleischkäppchen.
»He, ich bin doch die Oma«, antwortete die Maschine.
»Achso? Und wenn du die Oma bist, warum bist du dann so hart und kalt?«
»Ich mache viel Sport, mein Kind, ich war doch schon immer stählern.«
»Und warum glänzest du so voller Fett?«
»Ich bin in den Wechseljahren.«
»Und wofür dann die glitzernden Klingen?«
»Dass ich dich besser ZERSTÜCKELN kann!«
Da sprang das Fleischkäppchen vor Angst in den Schlund des Fleischwolfes und ein Sprühregen aus Knochen-, Blut-, Kleidungs- und Fleischfetzen regnete auf das Laub, das den Fleischwolf umgab.
Plötzlich torkelte einer dieser versoffenen Jäger an der Maschinerie vorbei, bemerkte den Regen und musste sich übergeben. Er reierte die gesamte Mechanik des Fleischwolfes zu, wobei ein Rückwärtsgang eingeleitet wurde und die gutherzige Oma, das gemütliche Häuschen und das Fleischkäppchen wurden im ganzen herausgeschleudert. Der Fleischwolf musste von dem Ethanol in dem Erbrochenem übel rosten und zersprang in tausend Teile.
Noch heute erfreut sich Fleischkäppchen an der örtlichen Metzgerei, die Oma hatte nun zum Schutz eine zentnerschwere Moskete unter ihrem Bett und das Haus bekam einen neuen, furchtschürenden Anstrich.
Ende.

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